[Südostasien] 3 Wochen Abenteuer in Laos und Kambodscha

Südostasien – bislang noch ein großer weißer Fleck auf unserer Reiselandkarte. Das wollten wir ändern! 3 Wochen hatten wir Zeit, um zum ersten Mal in diese spannende Region einzutauchen. Aber wo anfangen? Ziemlich planlos blätterten wir in der Buchhandlung unseres Vertrauens durch diverse Reiseführer von Indonesien bis Vietnam, überflogen Texte zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, schauten uns etliche bunte Bilder an… und entschieden uns aus dem Bauch heraus für Laos und Kambodscha. Die ursprüngliche Natur und die unglaublichen Tempel Angkor Wats hatten uns überzeugt!

Los ging es also mit der Planung. Obwohl… so richtig viel im Voraus geplant haben wir eigentlich gar nicht. Wir buchten Hinflug (nach Vientiane / Laos), Rückflug (ab Phnom Penh / Kambodscha) und über Airbnb eine Unterkunft für die ersten 2 Nächte in Vientiane. Das war alles. Natürlich hatten wir einige Orte notiert, die uns interessierten: Luang Prabang, Plain of Jars, Angkor Wat, Kampot, Koh Rong. Aber viel mehr wollten wir uns treiben lassen – bleiben, wo es uns gefällt, weiterfahren, wenn uns danach ist. Ohne den Zeitdruck, an einem bestimmten Tag an einem bestimmten Ort ankommen zu müssen (abgesehen von unserem Rückflugtag natürlich). Warum das genau die richtige Entscheidung war, verraten wir euch in nächsten Abschnitten.

Die Entdeckung der Langsamkeit

Unsere Reise durch Laos und Kamboscha war so ganz anders als alles, was wir bisher erlebt haben. Bei unseren vorherigen größeren Rundreisen hatten wir immer ein eigenes Auto zur Verfügung, dieses Mal waren wir komplett auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Dafür war eines ganz dringend notwendig: Zeit! Viel Zeit! Und die hat man ja in einem 3-wöchigen Urlaub mit vielen Ideen und noch mehr Abenteuerlust nur begrenzt zur Verfügung. Mit dem Mini-Van von Sihanoukville nach Phnom Penh? Kein Problem, sofern man 7 Stunden Zeit mitbringt. So lange dauerte nämlich unsere Fahrt, die uns mit 4 Stunden angepriesen wurde – zähem Verkehr und dem ständigen Zu- oder Ausstieg weiterer Fahrgäste sei Dank. Von Vang Vieng bis Luang Prabang sind es ungefähr 180 Kilometer, das sollte doch in 3 Stunden zu schaffen sein, oder? Da habt ihr aber eure Rechnung ohne den Flickenteppich auf Laos’ Straßen gemacht, der den Bus streckenweise zu einem 20er-Schnitt zwang. Und, haben wir uns darüber geärgert? Nö – hätte ja auch nichts gebracht. Hier dauerte halt eben alles ein Weilchen länger. Und irgendwie tat das auch ganz gut, wir haben selbst einen Gang zurückgeschaltet.

Pläne sind dazu da, um sie über den Haufen zu werfen

Ein Abstecher zu den Plain of Jars in Phonsavan, Laos? Gestrichen! Klang im Reiseführer zwar unfassbar spannend, hätte aber zwei ganze Tage Busfahrt für An- und Abreise bedeutet – wenn der Bus denn überhaupt gefahren wäre. Da hatten wir nach unseren ersten Buserfahrungen dann doch keine Lust drauf. Ein entspannter Tag auf den 4.000 Inseln im Mekong? Nur möglich, wenn man sich auf einen Inlandsflug einlässt, auf den dann trotzdem noch eine mehrstündige Busfahrt folgt. War uns dann doch zu viel Reiseaufwand. Stattdessen sind wir zwei Tage länger im wunderschönen Luang Prabang geblieben und haben das entspannte Leben in dieser gemütlichen Stadt in vollen Zügen genossen. Ein Tagesausflug zum MandaLao Elephant Sanctury? Kein Problem, wir haben Zeit. Eine vierstündige Slowboat-Fahrt (Hin- & Rückweg) entlang des Mekongs zu den Pak Ou Caves? Klingt lustig, nehmen wir mit. So haben wir letztendlich unserer Reiseroute um 3 Ziele gekürzt, die irgendwann zwischendurch mal in unserem Kopf herumschwirrten, dafür aber spontan viele kleine Abenteuer mit eingebaut, von denen wir noch lange erzählen können. Weniger ist eben doch manchmal mehr.

Willkommen zurück auf dem Boden der Tatsachen

Wir Deutschen sind Weltmeister im Meckern und können uns manchmal ganz hervorragend über die winzigsten Kleinigkeiten ärgern. Muss es ausgerechnet jetzt anfangen zu regnen? Und wieso hat der Bus eigentlich schon wieder Verspätung? Kann man nicht einmal einen Sitzplatz bekommen? Warum hört der Mann neben mir eigentlich so furchtbar laut Musik? Seid ehrlich, der eine oder Gedanke dieser Art ist euch bestimmt auch schon durch den Kopf gegangen. Dabei sind unsere vermeintlichen Probleme verdammt klein im Vergleich zu den Herausforderungen, mit denen die Einheimischen in Laos und Kambodscha täglich zu kämpfen haben. Beide Länder zählen zu den ärmsten der Welt. Ein sicheres Dach über dem Kopf, sauberes Wasser und eine gute Schulbildung sind hier bei Weitem keine Selbstverständlichkeiten. Und trotz all dieser Widrigkeiten sind uns selten freundlichere Menschen begegnet als in diesen beiden Ländern. Bei unserer Fahrradtour durch Vang Viengs Umland ist uns vom vielen Zurückwinken (sowohl zu Kindern als auch zu Erwachsenen) fast die Arme abgefallen. In Ban Xang Khong bestand ein kleines Mädchen sehr hartnäckig darauf, seine Süßigkeiten mit uns zu teilen. Als wir in Phnom Penh verloren auf der Straße standen, weil wir unsere Unterkunft nicht finden konnten, eilte uns sofort jemand mit einem Handy zur Hilfe. Deutschland mag zwar das entwickeltere Land sein, aber hier können wir sicher noch eine ganze Menge lernen. Und beim nächsten Anflug von Ärger: erstmal tief durchatmen.

Man sagt, Reisen verändert einen. Laos und Kambodscha haben uns vielleicht noch ein bisschen mehr verändert als all unsere Reisen zuvor.

2 Gedanken zu “[Südostasien] 3 Wochen Abenteuer in Laos und Kambodscha

  1. Meet the World schreibt:

    Das klingt wirklich sehr schön!
    Und kommt mir bekannt vor, wenn auch aus anderen Ländern Südostasiens.
    Ich glaube, Südostasien macht sowas mit einem. Ob man will, oder nicht, und gleich, wie man die Reise vorher geplant hat, plötzlich lässt man sich doch einfach nur noch mitreißen von der Faszination, der Herzlichkeit und dem simplen Fluss des Lebens.

    Tolle Erfahrungen und Einblicke, die ihr da gesammelt habt!

    Beste Grüße,
    Marie

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  2. wirdortundhier schreibt:

    Liebe Marie,
    huch, wir haben deinen Kommentar jetzt erst entdeckt. Schön, dass wir mit unseren Erfahrungen nicht allein sind. Wir haben auf der Reise auch Leute getroffen, die sich so ganz und gar nicht auf die Länder und ihre Besonderheiten einlassen konnten. Die haben sich damit selbst das Leben schwer gemacht. Irgendwie tut es auch gut, sich selbst mal von einer anderen Seite kennenzulernen.

    Liebe Grüße,
    Sandra & Patryk

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