[Südinsel] Unsere Highlights entlang der Westküste

Die Westküste von Neuseelands Südinsel erwartet euch mit besonders abwechslungsreichen Landschaften! Die wilde Tasmansee und die imposanten Southern Alps charakterisieren diese einzigartige Region, die ihr hervorragend auf dem State Highway 6 erkunden könnt. Er führt euch vorbei an ungewöhnlichen Felsformationen, verschlafenen Farmen, einsamen Stränden und eindrucksvollen Gletschern. Alles, was ihr tun müsst, ist zwischendurch mal anzuhalten und die Schönheit der Natur auf euch wirken lassen. Wir zeigen euch unsere drei liebsten Stopps.

Pancake Rocks

Ein Must See auf unserer Neuseeland-„Bucket List“: die Pancake Rocks bei Punakaiki! Die Schichtverwitterung hat aus dem hier vorkommenden Dolomite-Point-Kalkstein einzigartige Formen geschaffen, die an gestapelte Pfannkuchen erinnern. Über 30 Millionen Jahre haben die außergewöhnlichen Steinformationen nun schon auf dem Buckel. Doch nicht nur das ist spannend anzuschauen. Zwischen den Pancake Rocks befinden zahlreiche Spritzlöcher – sogenannte „Blowholes“ -, aus denen das Wasser der einrollenden Wellen fontänenartig mit großem Getöse emporschießt. Haltet lieber Abstand, wenn ihr nicht nass werden wollt!

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Die Pancake Rocks sehen leider nur aus wie geschichtete Pfannkuchen

Direkt am State Highway 6, kurz hinter der kleinen Ortschaft Punakaiki, befindet sich ein großer Parkplatz, von dem aus auch die etwa 30-minütige Rundwanderung startet. Zunächst führt euch der Weg (den ihr übrigens auf keinen Fall verlassen solltet!) durch dichten Regenwald, doch schon bald dominieren Flachse die Küstenvegetation. Zahlreiche Aussichtspunkte geben einen tollen Blick auf die Pfannkuchenstapel frei. Schaut euch die Formationen mal genauer an: oft lassen sich dort Tiere und Fabelwesen erkennen. Wer seiner Fantasie ein wenig auf die Sprünge helfen möchte, kann dafür die verschiedenen Infotafeln nutzen.

Wir haben die Pancake Rocks übrigens gleich zweimal besucht, denn bei unserem ersten Stopp regnete es in Strömen. Weil wir uns die Felsen aber unbedingt anschauen wollten, haben wir uns trotzdem aus dem Auto gewagt und sind trotz unserer Regenponchos ordentlich nass geworden. An Fotos war gar nicht erst zu denken und so bewältigten wir den kurzen Rundweg im Eiltempo. Das Wetter ist, wie es ist, aber wir haben uns wirklich geärgert. Komplett durchnässt beschlossen wir, erstmal zu unserer Unterkunft weiterzufahren, um uns wieder aufzuwärmen. Nach gut einer Stunde unter der warmen Bettdecke riss der Himmel plötzlich auf. Und wir, wir fuhren die gut 40 Kilometer zurück zu den Pancake Rocks, besichtigten sie nochmal ganz in Ruhe im strahlenden Sonnenschein und schossen zahlreiche Fotos. Das hat sich gelohnt!

Shantytown Heritage Park

Acht Kilometer südlich von Greymouth und gut zwei Kilometer landeinwärts direkt an der Rutherglen Road befindet sich Shantytown, eine Art Freilichtmuseum (22 € Eintritt pro Person). Wer jetzt auf eine alte, verwitterte Goldgräber-Geisterstadt hofft, wird enttäuscht sein. Shantytown ist zwar eine Goldgräberstadt, allerdings originalgetreu nachgebaut. 30 Gebäude warten darauf, erkundet zu werden – darunter ein altes Postamt (eröffnet im Juli 1864), das schicke Golden Nugget Hotel, eine knallrote Feuerwache (erbaut 1867, für die Beschaffung des Equipments haben damals alle Dorfbewohner Geld gespendet), eine kleine Kirche (Originalgebäude, kein Nachbau!) und – natürlich – ein gemütliches Pub, in dem auch heute noch leckere Erfrischungen serviert werden.

Wer noch mehr Goldgräber-Feeling erleben möchte, kann mit einer alten Dampflok einige hundert Meter in den Regenwald hineinfahren bis zu einem Sägewerk. Die Arbeiter hier hatte früher nicht viel zu lachen, denn der Job war hart und gehörte zu den gefährlichsten in Neuseeland. Vom Sägewerk aus führt ein kurzer Fußweg zurück ins Dorfzentrum.

Auch wenn Shantytown natürlich in erster Linie als Touristenattraktion gedacht ist, so schafft es die kleine, liebevoll gepflegte Anlage doch, ein vages Gefühl davon zu vermitteln, wie hart und entbehrlich das Leben vor über 130 Jahren an der Westküste gewesen sein muss. Uns hat es gut gefallen. Frühes Aufstehen lohnt sich übrigens: bei unserem Besuch am Vormittag war es angenehm leer, so dass wir alles in Ruhe erkunden konnten. Als wir nach rund 2 Stunden wieder zum Parkplatz zurückkehrten, begann sich dieser langsam zu füllen.

Franz Josef Glacier

Wisst ihr, was das Beste an Neuseeland ist? Vom Meer bis in die Berge ist es oft nur ein Katzensprung! Nirgendwo sonst auf diesem Breitengrad liegen die Gletscher so nah an der Küste wie hier – dem vielen Niederschlag sei Dank.

Der 10 Kilometer lange Franz Josef Gletscher ist Teil des wunderschönen Westland Tai Poutini National Parks. Er verdankt seinen Namen dem deutschen Naturforscher Julius Haast, der ihn nach dem österreichischen Kaiser Franz Josef benannte. Mit dem bloßen Auge natürlich nicht wahrnehmbar, aber dennoch interessant zu wissen: pro Tag „fließt“ der Gletscher mehrere Zentimeter ins Tal hinab und verändert so ständig sein Aussehen. Höhlen und Gletscherspalten, die heute noch zu sehen war, können schon Tage später komplett verschwunden sein.

Der Franz Josef Gletscher ist vielleicht gerade deswegen so beliebt, weil er besonders leicht zugänglich ist. Kurz hinter dem gleichnamigen Örtchen „Franz Josef Glacier“ zweigt eine kleine Straße nach Südosten ins Landesinnere ab, sie endet nach wenigen Kilometern an einem Parkplatz. Von hier führt ein schöner Wanderweg zunächst durch dichte Vegetation und anschließend entlang des breiten Flussbettes des Waiho River in etwa 45 Minuten zu einem tollen Aussichtspunkt am Fuße des beeindruckenden Gletschers. Hier ist dann allerdings auch Schluss. Wer dem ewigen Eis noch näher kommen möchte, muss eine geführte Tour buchen (z.B. bei Franz Josef Glacier Guides) oder sich einen nicht ganz preisgünstigen Helikopterflug gönnen.

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Die Trident Falls am Rande des Wanderwegs

Hübsch anzusehen sind neben den massiven Felswänden links und rechts des Flussbettes übrigens auch die Trident Falls etwas abseits des Weges. Wir empfehlen unbedingt festes Schuhwerk für die Kurzwanderung. Der Boden ist zum Teil etwas uneben und an der einen oder anderen Stelle mussten wir tatsächlich ein wenig klettern. Aber keine Sorgen: ist alles gut machbar!

Für uns ging es anschließend weiter nach Haast, das wir aus strategischen Gründen als Übernachtungsort gewählt hatten, denn Queenstown – unser nächstes Ziel – war uns schlichtweg zu weit. In Haast gibt es… nichts! Unser Abendausflug über die Jackson Bay Road zum kleinen Fischerdorf Jackson Bay wurde durch eine unumfahrbare Straßenvollsperrung kurz vor dem Ziel vereitelt und ein Picknickversuch am Haast Beach scheiterte an einer Sandfliegen-Attacke. In Ermangelung weiterer Freizeitalternativen ging es an diesem Abend dann verhältnismäßig früh ins Bett. Auch nicht verkehrt, denn schließlich sollte der Urlaub ja der Erholung dienen.

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