[Kambodscha] Traumstrandbattle: Otres vs. Koh Rong Samloem

Kep war schon mal ein guter Anfang, doch unser Meerweh war noch lange nicht gestillt. Auf nach Sihanoukville! Die 60.000-Einwohner-Stadt (heute Kambodschas führender Badeort) versprach weiße Traumstrände mit kristallklarem Wasser – das klang einfach perfekt! Aber… wohin denn nun genau? Victory Beach, Independence Beach, Sokha Beach, Occheuteal Beach, Trek Treng Beach oder Otres Beach? Gar nicht so einfach, sich da zu entscheiden. Die Meinungen im Internet zu den schönsten Badestellen gingen weit auseinander. Da half nur eins: auf’s Bauchgefühl hören. Noch von Kep aus durchstöberten wir booking.com nach einer passenden Bleibe, verliebten uns  in eine kleine Anlage mit einfachen Bambushütten in Otres und kletterten freudig in den Bus Richtung Paradies.

Sandstrand mit Wohlfühlgarantie: Otres Beach

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: es gibt Otres 1 und Otres 2! Wer kommt denn auf so eine komische Idee? Wir stiegen natürlich prompt am „falschen“ Otres (2) aus. Als wir das realisierten, war der Bus schon längst über alle Berge. Gott sei Dank fanden wir schnell ein Tuk Tuk, das uns in der brütenden Mittagshitze mit unseren Rucksäcken zum anderen Otres (1) brachte. Dort angekommen bezogen wir fix unsere kleine Holzhütte im Otres Orchid, die uns auch live noch ziemlich begeisterte: einfach, aber funktional mit einer bequemen Hängematte auf der Veranda. Hier lässt es sich aushalten!

Sihanoukville_OtresOrchid

Viel Luxus gab es in den Bambushütten nicht, aber gemütlich war es trotzdem!

Aber stopp, wir waren ja des Strandes wegen hier. Und dieser lag nur einen Steinwurf von unserer Bungalowanlage entfernt: auf der anderen Straßenseite, versteckt hinter diversen Bars und Restaurants, die zu unserer Freude fast alle über einen einladenden Außenbereich mit bunten Liegen und Holzsesseln verfügten – Meerblick inklusive. Die Regeln kannten wir schon von Koh Tonsay: Getränk oder Essen bestellen und schon durfte man es sich gemütlich machen. Wir schnappten uns ein hübsches Strandbett im „Dune“, gönnten uns zwei leckere Shakes und genossen das süße Nichtstun. Als sich die drückende Hitze langsam legte, spazierten wir am Strand entlang Richtung Otres 2 und beobachteten das Leben um uns herum. Gerade hier, im Niemandsland zwischen Otres 1 und 2, ging es beschaulich zu. Nur eine Handvoll Menschen saß auf Handtüchern im Sand, aus einer Ecke ertönte leise Gitarrenmusik. Ein junges Pärchen hatte eine Hängematte zwischen zwei Bäumen gespannt und genoss die Abendsonne. Wirkte schon ziemlich paradiesisch. Ja, Otres ist eine Touristenhochburg, das können auch wir nicht leugnen. Die Restaurants sind in beiden Strandabschnitten tagsüber sowie abends gut gefüllt, für unseren Geschmack war es aber nie zu voll. Alles blieb entspannt und ruhig.

Wir würden an dieser Stelle gern von all unseren Abenteuern berichten, die wir in Otres erlebt haben. Aber wir waren faul. Und wollten auch faul sein. Weiter als bis zum Strand vor der Haustür haben wir es tatsächlich gar nicht geschafft. Und das war gut so. Für den Moment gab es nichts Schöneres, als mit einem guten Buch in der Hand in der Sonne zu sitzen und sich die Seeluft um die Nase wehen zu lassen. Unser Bewegungsmuster war überschaubar: von der Liege im „Chez Paou“ kurz zur Abkühlung ins Wasser, dann weiter in die gemütlichen Sessel vom „Dune“. Hauptsache Schatten, denn in der Sonne war es einfach viel zu warm! Zwischendurch ließen wir uns das eine oder andere Stück frische Mango in den Mund fallen. Und ehe wir uns versahen, war unser nächster Strandtag zu Ende. Ach ja, la dolce far niente!

Sihanoukville_OtresBeach

Die Flut kann den Strand auch ganz schön schmal werden lassen.

Ob es an den anderen Stränden Sihanoukvilles noch schöner gewesen wäre? Wissen wir nicht. Und wollen wir auch gar nicht wissen. Wir hatten für uns den perfekten Platz gefunden – zumindest für den Moment…

(Insel-)Paradies auf Erden: Koh Rong Samloem

Lange still sitzen (bzw. liegen) ist nicht unser Ding. Schon am nächsten Tag hatten wir wieder Hummeln im Hintern. Wir wollten weiter. Und zwar nicht irgendwohin, sondern direkt ins Paradies: Koh Rong Samloem! Die kleine Insel vor der Küste Sihanoukvilles ist bekannt für ihren feinkörnigen weißen Sand und türkisfarbenes Wasser, das ganz wunderbar zum Schwimmen und Schnorcheln einlädt. Schon ein paar Tage zuvor hatten wir im Internet nach einer hübschen Unterkunft gesucht. Zum Abschluss unserer Reise durch Kambodscha durfte es etwas Besonderes sein – schließlich war es unser Jahresurlaub und wir hatten die ganze Zeit über verhältnismäßig günstig genächtigt. Das schicke Moonlight Resort mit seinen stylischen weißen Kuppel-Bungalows traf genau unseren Geschmack. Gebucht!

Der Transfer mit Bus (zum Serendipity Pier) und Boot (zur Insel) klappte problemlos (zumindest auf dem Hinweg) und nach rund 60 Minuten betraten wir den weißesten und feinsten Sandstrand, den wir jemals gesehen hatten. Wir waren uns sicher: wir sind im Paradies gelandet! Wer hatte nochmal behauptet, in Kambodscha gäbe es keine schönen Strände? Banause! Unser Hotel befand sich direkt am Hauptstrand und überzeugte auf ganzer Linie: ein freundlicher Empfang, extrem schick eingerichtete Zimmer mit allem Komfort, den man sich wünschen kann und ein vollgepackter Obstteller zu Begrüßung. Schon jetzt bedauerten wir, dass wir nur eine Nacht bleiben konnten. Aber eine Nacht ist immerhin besser als keine Nacht, uns blieben fast 24 Stunden, um ordentlich die Seele baumeln zu lassen. Also nichts wie rauf auf die Strandliege!

Sihanoukville_Beach

Keine 20 Meter vom Bungalow entfernt war man im Wasser

Für einen Hauptstrand war es erstaunlich ruhig, nur wenige Touristen spazierten gemächlich am Flutsaum entlang. Die meisten saßen – genauso wie wir – wohl entspannt in der Sonne. Am späten Nachmittag rafften wir uns nochmal auf, liefen die Bucht einmal hoch und runter – und stellten begeistert fest, dass der weiße Sand unter unseren Füßen regelrecht quietschte, so feinkörnig war er. Viel zu entdecken gab es nicht, dafür genossen wir die unglaubliche Aussicht auf das funkelnde Meer umso mehr. Als die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand, kehrten wir in unser Hotel zurück. An den kleinen Holztischen wurde bereits Abendessen unter Palmen serviert. Wir schnappten uns den letzten freien Platz und freuten uns über zwei unglaublich leckere Fischgerichte.

Den nächsten Tag starteten wir mit einem ausgiebigen und sehr schmackhaften Frühstück (es gab sogar ein Mini-Stück Käse!), bevor wir uns wieder auf die Strandliegen verlagerten. Die letzten Stunden bis zur Abholung vergingen wie im Flug. Pünktlich um 13 Uhr bestiegen wir das Boot gen Festland – mit einem leicht nervösen Gefühl im Magen. Unsere Weiterfahrt nach Phnom Penh war ganz schön knapp kalkuliert: gut 45 Minuten Bootsfahrt lagen vor uns und um 14 Uhr sollten uns der Mini-Van bereits am Pier einsammeln, um uns in die Hauptstadt zu bringen. 15 Minuten Puffer, das war nicht wirklich viel. Alles easy, versprach uns unser Tourvermittler „Sam“: wenn das Boot Verspätung hätte, dann würde der Bus eben auf uns warten. Wer’s glaubt… Tatsächlich legte unser Boot nahezu pünktlich ab und nach rund 40 Minuten kam bereits Land in Sicht. Das klappte ja wie am Schnürchen! Als wir die Küste jedoch genauer betrachteten, stellten wir fest: das ist nicht Sihanoukville! Zumindest nicht der Serendipity Pier, wo wir hin wollten. Eine Nachfrage beim Personal bestätigte unsere Befürchtung: wir hatten an irgendeiner anderen Insel angelegt, bis nach Sihanoukville würde es weitere 45 Minuten dauern. Wir brauchten gar nicht zu rechnen, um festzustellen, dass wir nicht pünktlich um 14 Uhr dort sein würden. Mist! Ein Blick aufs Handy: kein Empfang. Also abwarten. Wir legten wieder ab und nach einer halben Ewigkeit auf offener See zeigten sich endlich die rettenden Empfangsbalken. Schnell wählten wir die Nummer von „Sam“ und teilten ihm mit, dass wir zu spät sind – es war mittlerweile bereits nach 14 Uhr. „No worries, I’ll call the driver and ask him to wait.“, erklärte uns Sam. Na klar, der war bestimmt doch schon längst abgefahren. Gedanklich fanden wir uns bereits damit ab, umplanen zu müssen. Irgendwie würden wir schon noch nach Phnom Penh kommen.

Als wir mit einer halben Stunde Verspätung endlich unser Ziel erreichten, erlebten wir eine kleine Überraschung: ziemlich hoffnungslos hetzten wir mit unseren Rucksäcken zum vereinbarten Pick-Up-Point, als wir prompt von der Seite angesprochen wurden: „Mini-Van to Phnom Penh? Hurry up!“ Wahnsinn, der Fahrer hatte tatsächlich gewartet! Kleinlaut kletterten wir unter den leicht genervten Blicken unserer Mitreisenden (die vermutlich alle pünktlich waren) auf zwei noch freie Plätze und brausten Richtung Phnom Penh davon. Hauptstadt, wir kommen!

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