[Schottland] Von Großstadtluft bis Kleinstadtcharme: Diese Städte solltet ihr nicht verpassen!

Eins wollen wir euch nicht vorenthalten: in Schottland gibt es neben wunderschöner Natur und imposanten Burgen auch viele interessante Städte. Abgesehen von Edinburgh stehen sie oft im Schatten von all den anderen Dingen, für die das Land so bekannt ist. Und das völlig zu Unrecht! Wir finden, sie haben unbedingt mehr Aufmerksamkeit verdient. Denn egal ob klein oder groß, ob ruhig oder trubelig – jede Stadt hat ihren ganz eigenen, ganz speziellen Charakter, den es zu entdecken gilt. Hier kommen unsere persönlichen Highlights.

Die Kulturmetropole: Glasgow

Eins ist besonders auffällig: Glasgow ist bunt. Und damit meinen wir nicht nur das bunte Völkchen, das die Gehwege entlang eilt. Etliche Grafitis zieren die Hauswände von Schottlands größter Stadt. Keine Schmierereien, sondern richtige Kunstwerke – so detailreich, dass man nur staunen kann. Es gibt sogar einen eigenen „City Centre Mural Trail“, von dem wir leider zu spät erfahren haben. Aber auch sonst hat sich das Stadtbild in den letzten Jahren stark verändert. Szenelokale und schicke Designerläden schießen wie Pilze aus dem Boden. Rund um den Clyde, einst schmucklose Werft, findet sich heute modernste Architektur, die – zugegebenermaßen – für das ungeübte Auge manchmal etwas gewöhnungsbedürftig erscheint. Ein schönes Beispiel hierfür ist das Riverside Museum, das ganz dem Thema Transport gewidmet ist. Ein kurzer Bummel entlang des Flusses lohnt sich. Wer es lieber etwas grüner mag, kann stattdessen auch durch das Glasgow Green schlendern. Die grüne Lunge der Stadt. Im Wintergarten des People’s Palace ist ein nettes Café untergebracht.

Richtig interessant ist auch die mächtige Glasgow Cathedral (die innen ganz schön düster wirkt) und die dahinter liegende Necropolis. In dieser Totenstadt sind über 50.000 Menschen begraben. Normalerweise gehören Friedhöfe nicht zu unseren bevorzugten Spaziergebieten, aber dieser grüne Hügel mit seinen vielen Grabsteinen und Hochkreuzen ist schon beeindruckend und unbedingt einen Besuch wert!

Unser liebster Ort aber ist definitiv die Glasgow University. Sie ist wirklich ein Schmuckstück! Keine Ahnung, warum alle immer nur vom Trinity College in Dublin schwärmen. Diese alten Mauern sind mindestens genauso schön! Wer sich beim Pförtner anmeldet, kann sich anschließend nach Herzenslust umschauen. Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich Glasgows reizendste Gasse (sagt zumindest der Reiseführer): in der kopfsteingepflasterten Ashton Lane reihen sich hübsche Restaurants und hippe Kneipen aneinander. Hier lässt es sich als Student bestimmt gut feiern.

Die Granitstadt: Aberdeen

Ihren Namen „Granitstadt“ verdankt Schottlands drittgrößte Stadt der Tatsache, dass viele Gebäude im Zentrum aus – eben – Granit errichtet sind. Einschüchternd soll das wirken, wird behauptet. Fanden wir überhaupt nicht! Stattdessen verleihen sie der Stadt irgendwie ein ganz besonderes Flair. Aberdeen hat uns wirklich positiv überrascht. Die ehemalige Arbeiterstadt ist gespickt mit vielen interessanten Sehenswürdigkeiten und beeindruckenden Gebäuden – darunter die Tolbooth (ein altes Gefängnis), das Marischal College (das zweitgrößte Granitgebäude der Welt) und das Mercat Cross (mit hübschen Steinmetzarbeiten aus dem 17. Jahrhundert). Alles lässt sich prima zu Fuß erkunden. Zur anschließenden Stärkung können wir das „Old Blackfriars“ (52 Castle Gate) empfehlen: ein urgemütliches Pub mit guter Speisenauswahl.

Unser größtes Highlight befindet sich allerdings ein klein wenig außerhalb des Stadtzentrums: der Strand von Aberdeen! Er ist weder besonders wild, noch besonders malerisch. Ein klassischer Stadtstrand eben. Aber dennoch hat er unser Herz im Sturm erobert. Wir lieben die Ruhe, die Seeluft, das Kreischen der Möwen, das Rauschen des Wassers – und das nur wenige hundert Meter vom Trubel der Großstadt entfernt. Im letzten Licht des Abends sind wir ihn von den Queens Links bis zum Hafen entlang geschlendert und haben jeden Moment genossen. Übrigens: ohne den Tipp unseres Kellners im „Old Blackfriars“ hätten wir den Strand einfach links liegen gelassen. Es lohnt sich also immer, sich mit den Einheimischen zu unterhalten!

Der Geschichts-Hotspot: Stirling

Stirling war früher eine hart umkämpfte Stadt. Eine der berühmtesten Schlachten in Schottlands Geschichte, die Schlacht von Bannockburn, wurde ganz in der Nähe geschlagen. Trotz all der Fehde hat sich Stirling erstaunlich gut gehalten. Es gibt eine Menge historischer Gebäude, die es zu besichtigen lohnt. Allen voran natürlich das majestätische Stirling Castle, in dem es viele Renaissance-Skulpturen geben soll. Ob das stimmt, können wir leider nicht beurteilen, denn die Öffnungszeiten hatten wir knapp verpasst. (Welches Schloss schließt denn bitte schön schon um 17 Uhr seine Pforten?) Die neu gewonnene Zeit haben wir stattdessen für einen „Altstadt“-Spaziergang rund um die Baker Street genutzt, der uns am Stirling Old Town Jail (heute ein Museum), an Cowane’s Hospital, der Church of the Holy Rude und Argyll´s Lodging vorbei führte. Allesamt sehr interessante Gebäude! Zum Abschluss gab es leckere Burger im „The Boozy Cow“  (26-28 King Street) gegessen – einem ziemlich abgerockten, aber sehr coolen Laden.

Am schönsten fanden wir aber die Gegend rund um das Wallace Monument, knapp 4 Kilometer östlich vom Stadtzentrum. Das Monument wurde – wie der Name schon vermuten lässt – zu Ehren von William Wallace errichtet, einem schottischen Nationalhelden, der für die Unabhängigkeit von der englischen Krone kämpfte. Vom Parkplatz in der Hillfoot Road führt ein schöner, serpentinenartiger Weg (der sogenannte „Wallace Way“) hinauf zu dem 67 Meter hohen Turm mit seiner auffälligen, kronengleichen Spitze. Wer nur hin, aber nicht hinein will (geboten wird das Schwert von Wallace, die Hall of Heros und natürlich eine Aussichtsplattform in der Krone), braucht keine Eintrittskarte. Auch ohne die Aussichtsplattform hat man einen grandiosen Blick auf Stirling, für den sich die Mühen des Aufstiegs definitiv gelohnt haben! Für den Rückweg haben wir den etwas längeren, aber weniger steilen Weg gewählt, der auf der anderen Seite des Monuments startet und zwischendurch auch nochmal einen wundervollen Ausblick bietet.

Das Bilderbuch-Städtchen: Portree

Portree ist ohne Frage Schottlands Vorzeigestädtchen. Die kleinen bunten Häuschen am Pier zieren etliche Postkarten und Wandkalender. Sie sind aber auch wunderschön! Den besten Blick hat man übrigens hoch oben von der Bosville Terrace. Im gelben Häuschen ist das „Sea Breezes“ untergebracht. Ein tolles Fischrestaurant, in dem wir mit ganz viel Glück abends um 21.30 Uhr noch einen freien Tisch ergattert haben. Rund um die Wentworth Street sind einige hübsche Geschäfte zu finden, die zum Stöbern einladen. Wir haben bei „Tippecanoe“ (1 Wentworth Street) zugeschlagen, bei all den hübschen Souvenirs konnten wir einfach nicht widerstehen. Wie immer lohnt sich aber auch hier ein Bummel durch die Seitenstraßen, denn dort gibt es viele romantische Cottages zu entdecken. Kurzum: Portree gehört bei einem Besuch auf Skye definitiv zum Pflichtprogramm!

Die Ruheoase: Cromarty

Cromarty kann man eigentlich gar nicht als „Stadt“ bezeichnen. Das verschlafene Nest am östlichen Ende der Black Isle besteht aus gerade mal 20 kleinen Gässchen (geschätzt!) und ist vor allem eins: herrlich unaufgeregt. Wer zwischen all den Abenteuern in Schottland ein bisschen Ruhe sucht, ist hier genau richtig. Viele gemütliche Cafés und Restaurants laden zum Entspannen ein. Unser Favorit: das Coupers’ Creek in der Church Street. Von herzhaften Snacks über Kuchen bis hin zu Eis wird dort alles serviert, was das Herz begehrt. Perfekt für eine kurze Pause! Außerdem gibt es Unmengen niedlicher Cottages und hübscher Häuschen, die sich prima bei einem Spaziergang erkunden lassen. Fast kommt es einem so vor, als sei man durch die Zeit gereist. Direkt ins 18. Jahrhundert. Kein Wunder: Cromarty ist immerhin eine „Conservation Area“, in der möglichst viel so bleiben soll, wie es schon immer war. Das macht den Ort gleich irgendwie noch ein Stück liebenswerter. Aber nicht nur Cromarty selbst, sondern auch das Umland kann sich sehen lassen: grüne Felder und sanfte Hügel auf der einen, der glitzernde Cromarty Firth auf der anderen Seite. Mit ein bisschen Glück kann man sogar ein paar Delfine beobachten!

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