[VAE] Spektakulär. Spektakulärer. Dubai! Ein langes Wochenende in der Stadt der Superlative

Ihr kennt es bestimmt auch, das Leid eines jeden Arbeitnehmers mit Fernweh: 2016 haben wir einen großen Teil unseres Jahresurlaubs schon ganz zu Beginn in 3 Wochen Neuseeland investiert. Hinzu kamen noch ein paar Tage Frankreich im Sommer und eine Woche Kroatien im September. Ende des Jahres, als es draußen langsam kalt und grau wurde, guckten wir dann in die Röhre. Unser Urlaubskontingent war auf ein winziges Häufchen zusammen geschrumpft, mit dem sich nichts mehr so recht anfangen ließ. Die nächste Reise schien unerreichbar fern. Ein Feiertag im November (Allerheiligen) war unsere Rettung! Die zwei letzten verbleibenden Urlaubstage drum herum gebastelt schufen wir uns ein passendes Zeitfenster für eine kurze Flucht aus dem ungemütlichen deutschen Spätherbst.

Doch wohin sollte die Reise gehen? Die Parameter waren gesetzt: Sonnenschein, sommerliche Temperaturen, eine interessante Location und möglichst kurze Flugzeiten. Gar nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bringen. Uns schwirrten alle möglichen Ziele im Kopf herum: Kanaren, Marokko, Ägypten, Tunesien, Portugal. Begeistern konnte uns keins so richtig. Dann stolperten wir über Dubai. Schon öfter hatten wir mit dem Gedanken gespielt, einen Stop-over im Emirat einzulegen, wenn man eh mal dort umsteigen müsste. Warum nicht einfach gezielt hin fliegen? Unsere fünf Tage ließen sich doch bestimmt problemlos mit Programm füllen, denn an Sehenswürdigkeiten und Freizeitaktivitäten mangelt es dem Emirat bekanntlich nicht.

Wir entschieden uns wie fast immer dafür, so wenig wie möglich vorzuplanen, um die verfügbare Zeit spontan und frei nach unseren Wünschen gestalten zu können. Nur ein Hotel buchten wir bereits aus Deutschland. Keine einfache Wahl, denn Hotels gibt es viele. Und besonders viele, die zwar sehr gut sind, dafür aber auch sehr teuer. Das Crowne Plaza Deira überzeugte uns letztlich vor allem wegen seiner verkehrsgünstigen Lage (nur 150 Meter bis zur Metro-Station) und wegen des verhältnismäßig fairen Preises. Nach unserem Aufenthalt können wir nun berichten: auch die Zimmer sind schön eingerichtet und das Frühstücksbuffet sehr reichhaltig. Wer hier bucht, macht bestimmt keinen Fehler. Wer näher am Strand sein will, sollte sich nach einer Bleibe in der Nähe der Marina umsehen (wobei wir finden, dass der Fokus in Dubai nicht auf Strandurlaub liegen sollte).

Dubai_UsAtTheTop

Den besten Blick auf Dubai hat man natürlich von oben!

Also dann mal los! Wir stiegen in den Flieger und landeten… in einer Welt der Superlative! Wenn wir Dubai mit nur einem einzigen Wort beschreiben müssten, dann wäre es dieses hier: irre. Absolut irre! Es ist schier unglaublich, was die Bauindustrie hier fast aus dem Nichts geschaffen hat. Bis ins 19. Jahrhundert war Dubai ein stinknormales Fischerdorf. Der Wandel begann, als die heutige Herrscherfamilie Al-Maktoum 1833 herzog und den Ort langsam aber sicher zu einer florierenden Handelsmetropole entwickelte. Schon 1902 war der Souk Dubais der größte des gesamten Arabischen Golfs. Ab 1960 erlebte die Stadt dank kuwaitischer Entwicklungsgelder, die größtenteils in Infrastruktur sowie in den Ausbau des Creeks flossen, einen weiteren Aufschwung und ab 1970 entstand ein regelrechter Bauboom. Wolkenkratzer schossen wie Pilze aus dem Boden, einer höher als der andere. Sie prägen bis heute das Stadtbild. Doch damit nicht genug! Malls wurden gebaut, künstliche Inseln wurden geschaffen – mal in Form einer gigantischen Palme, mal gleich in Form der ganzen Welt. Wenn sich eine Stadt so etwas erlauben kann, dann Dubai! Größenwahnsinn – im positiven Sinne – ist hier absolut kein Fremdwort. Der Burj Khalifa ist mit 828 Metern das höchste Gebäude der Welt. Er beherbergt darüber hinaus auch noch die höchste bewohnte Etage, die höchste Besucherterrasse und das höchste Restaurant der Welt. Die Dubai Mall darf sich mit 550.000 Quadratmetern das größte Einkaufszentrum der Welt nennen. Selbst die Dubai Metro ist etwas besonderes, sie verfügt nämlich über das weltweit längste automatisierte, führerloser Metronetzwerk (fast 75 Kilometer Gleise). Und natürlich gibt es auf dem Deira Gold-Souk auch den weltgrößten Goldring zu bestaunen. Stolze 63,9 Kilo bringt er auf die Waage und ist damit definitiv nicht zum Tragen gedacht. Was völlig verrückt klingt, ist einfach unglaublich spannend anzusehen. Wir können nur jedem raten: diese Stadt muss man einmal erlebt haben. Oder auch zweimal, denn in ein paar Jahren ist hier bestimmt nichts mehr so, wie es heute ist. Dubai ist ständig im Wandel. Wer weiss, was sich die Bauherren noch so alles Verrücktes einfallen lassen…

Dubai_BurjKhalifa

Nicht zu übersehen: der Burj Khalifa ist das höchste Gebäude der Stadt.

Zwischen all dem modernen Firlefanz gibt es natürlich auch noch das „alte“ Dubai zu entdecken.  Wer sich auf die Suche nach dem Charme längst vergangener Zeiten machen möchte, ist in Bur Dubai und Deira an der richtigen Adresse. In den kleinen Häfen entlang des Dubai Creeks liegen alte Holzkähne vor Anker, bei deren Anblick man sich so manches Mal fragt, wieviele Fahrten sie wohl noch heil überstehen werden – erst recht wenn man die Masse an Kisten sieht, die darauf verladen werden soll. Das Heritage Village in Bur Dubai bietet mit einer netten Sammlung von traditionellen Häusern einen kurzen Einblick in die Vergangenheit der arabischen Emirate. Der große Souk gleich neben der Fahidi-Festung begrüßt seine Besucher auch heute noch mit geschnitzten Holzdächern und schweren Holztüren (allerdings restauriert). Die Gassen des Gewürz- und Goldsouks in Deira sind so schmal, dass dort Lastkarren statt LKW den Ton angeben. An all diesen Orten lässt sich zumindest ein kleines bisschen erahnen, wie Dubai früher, vor etlichen Jahren, mal gewesen ist.

Dubai_Creek

Spannende Gegensätze: Tradition trifft Moderne am Dubai Creek.

Unsere 5 Urlaubstage vergingen wie im Flug. Es gab unglaublich viel zu sehen und zu tun. Abends fielen wir meist totmüde ins Bett, erschlagen von all den neuen Eindrücken. Genauso schnell wie die Zeit schwand übrigens auch unser Reisebudget. Denn Dubai ist – wie erwartet – definitiv kein günstiges Reiseziel. Der Tageseintritt in einen Wasserpark schlägt mit 70€ zu Buche (pro Person!), ein Sunbed für 2 am Marina Beach kostet rund 40€ pro Tag, für den Ausblick vom Burj Khalifa muss man 30€ berappen (für die untere Etage, während der Prime Hours wird‘s noch teurer). Und auch die vielen hübschen Restaurants an den Flaniermeilen der Stadt lassen sich ihre tolle Lage meist teuer bezahlen. Für 2 Tassen Kaffee und 2 Stücke Kuchen an der Dubai Fountain ist man schnell mal 20€ los. Natürlich geht’s immer auch günstiger, aber glaubt uns: wenn man die schönen Außenterrassen mit herrlichem Ausblick gesehen hat, will man nicht in zweiter Reihe essen.

Auch für die Fortbewegung werdet ihr nochmal ein bisschen Geld in die Hand nehmen müssen. Denn Laufen scheint in Dubai erstens nicht „en vogue“ zu sein und zweitens ist die Stadt mancherorts überhaupt nicht für Fußgänger ausgelegt. Gehwege? Fehlanzeige! Die Metro ist die günstigste Option, um von A nach B zu kommen, auch wir haben sie das eine oder andere Mal genutzt. Viele Hotspots lassen sich (ggf. mit einmal Umsteigen) ganz gut erreichen, allerdings deckt das Schienennetz noch längst nicht das ganze Stadtgebiet ab. Hier ist das Taxi deutlich im Vorteil: fährt, wann man will – wohin man will. Ist dafür aber natürlich auch deutlich teurer und war für uns nur besonderer Luxus auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel. Eine gute Kompromisslösung bietet Big Bus Dubai, zu dessen Hop-on-Hop-off-Angebot es noch einen separaten Blogpost geben wird. Bevor ihr jetzt gleich die Augen verdreht: Wir sind eigentlich auch keine Fans von diesen Touribussen, aber in Dubai sind sie eine echte Alternative!

Und das Wetter? Wir wollten Sonnenschein und sommerliche Temperaturen. Beides bekamen wir – und zwar nicht zu knapp! 40 Grad im November, das muss man erstmal wegstecken können. Wir haben zwischendurch ganz schön geschwitzt. Besonders mittags, wenn die Sonne gnadenlos vom Himmel brannte, waren wir froh über jede Klimaanlage, jeden Luftzug und jedes schattige Plätzchen. Kaum vorstellbar, dass es Leute gibt, die freiwillig (!) im Sommer herkommen. 55 Grad sind da nämlich keine Seltenheit. Aber wir wollen uns nicht beklagen. Denn Dubai war insgesamt die perfekte Auszeit vom grauen, kalten Herbstwetter! Jedem, der noch zögert, empfehlen wir dringend: Schaut euch den Wahnsinn mit eigenen Augen an – auch wenn es wirklich nur im Rahmen eines kurzen Stopp-overs ist.

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