[VAE] Getting around: Unsere Erfahrungen mit dem Big Bus Dubai

Normalerweise machen wir stets einen riesengroßen Bogen um jegliche Art von Touri-Doppeldeckerbus. In Städten wie London oder Barcelona würden wir nicht mal im Traum daran denken, in ein solches Ungetüm einzusteigen. Dafür sind wir viel zu gerne zu Fuß unterwegs. Nur bei größeren Entfernungen außerhalb des Stadtzentrums weichen wir ausnahmsweise mal auf U- oder Straßenbahnen aus. Aber Dubai ist definitiv nicht für’s Laufen gemacht. Erstens gibt es gar kein richtiges Zentrum und die verschiedenen Sehenswürdigkeiten sind großzügig über das ganze Stadtgebiet verstreut. Vom Burj Khalifa bis zur Madinat Jumeirah sind es beispielsweise schlappe 15 Kilometer. Zweitens gibt es nicht überall vernünftige Gehwege. Wir erinnern uns, wie wir auf unserem Weg von der Dubai Mall zum City Walk neben sechsspurigen Straßen auf schmalen Randsteinen balancierten. Drittens ist es einfach unglaublich heiß draußen. Selbst in der „kühleren“ Jahreszeit Ende Oktober bescherte uns die immer scheinende Sonne noch Temperaturen von knapp unter 40 Grad. (An den Hochsommer wollen wir gar nicht erst denken…) Und viertens geht in Dubai offenbar einfach niemand zu Fuß! Als wir im „Green Planet“ nach dem Weg zur nächsten U-Bahn-Station fragten, sah man uns ungläubig an: „You can’t walk. It’s way too far. Nearly one kilometer! I’ll call you a taxi.” Noch größer wurden die Augen, als wir dies dankend ablehnten und dann tatsächlich entschlossen los stiefelten. Aber wir mussten uns ziemlich schnell eingestehen: alleine laufen, in einer Stadt, in der sonst jeder andere fährt, macht einfach keinen Spaß. Also sprangen wir über unseren Schatten und durchstöberten die Websites der Doppeldeckerbus-Unternehmen. Unsere Wahl fiel letztlich auf „Big Bus Dubai“.

Dubai_AtTheTop

Erst ein Blick von oben zeigt, wie riesig Dubai ist. Nix für Fußgänger!

Das Angebot von Big Bus Dubai

Mit den Hop-on-Hop-Off-Bussen von „Big Bus Dubai“ lässt sich nahezu jeder touristische Winkel der Stadt problemlos erreichen. Es gibt drei verschiedene Buslinien (rot, grün, blau), die in unterschiedlichen Teilen der Stadt verkehren, aber an zwei Changing Points miteinander verbunden sind („Dubai Mall“ für den Wechsel von rot zu grün und „Mall of the Emirates“ für den Wechsel von grün zu blau). Ansonsten gilt das bekannte Prinzip: Ticket kaufen (für 1, 2 oder 5 Tage) und beliebig oft ein- und aussteigen. Wer wenig Zeit oder wenig Entdeckergeist hat, kann natürlich auch einfach im Bus sitzen bleiben und sich mit Audio-Erklärung an den Sehenswürdigkeiten vorbeikutschieren lassen. Die entsprechenden Kopfhörer gibt’s beim Ticketkauf gratis dazu. Aber wir warnen euch: Ihr verpasst was!

Die Busse fahren im Schnitt alle 30 Minuten, so dass man selten lange an einer Haltestelle warten muss. Wer einen der klimatisierten Innenplätze ergattern will, sollte beim Einsteigen schnell sein, denn die sind ziemlich beliebt. Wir haben sie gern kampflos den anderen Touristen überlassen und uns lieber nach draußen gesetzt. Dort ist es deutlich schöner – wenn auch manchmal ganz ordentlich warm… Das kostenlose Wasser in 0,5-Liter-Flaschen verschaffte immerhin ein bisschen Abkühlung. Ein toller Service, wie wir finden!

Zusätzlich zu den Hop-on-Hop-off-Busfahrten sind im Ticketpreis übrigens noch einige interessante Extras enthalten wie zum Beispiel eine Nachttour, eine Dau-Fahrt, ein Ausflug ins Nachbaremirat Sharjah (nur 2-Tage-Premium-Ticket und 5-Tage-Deluxe-Ticket) oder eine Tour in die Wüste (nur 5-Tage-Deluxe-Ticket). Der Clou: diese Angebote können auch noch genutzt werden, wenn die Gültigkeit des Tickets für die Hop-on-Hop-off-Fahrten schon abgelaufen ist. Das haben wir natürlich ordentlich ausgenutzt und werden euch später berichten, welche Programmpunkte sich lohnen und auf welche ihr getrost verzichten könnt.

Die Buslinien und unsere Ausstiegsempfehlungen

Die Busse der roten Linie (Stadt-Tour) fahren hauptsächlich rund um den Dubai Creek durch Old Dubai sowie Downtown Dubai und bedienen insgesamt 11 Haltestellen. Zu sehen gibt es imposante Wolkenkratzer, traditionelle Gebäude, quirlige Souks und hölzerne Boote – ein sehr abwechslungsreiches Gesamtprogramm. Drei Stopps können wir zum Aussteigen ganz besonders empfehlen: Dubai Museum (für eine spannende Zeitreise im ältesten Gebäude der Stadt und für einen Spaziergang durch das hübsche historische Stadtviertel „Bastakiya“), Dubai Mall (für ein wenig Shoppingwahnsinn der Superlative mit Indoor-Eislaufbahn und Aquarium, für einen Besuch des Burj Kalifa und für das allabendliche Showspektakel an der Dubai Fountain) und Riviera (für eine gemütliche Dhau-Fahrt). Mittlerweile wurde die rote Route etwas angepasst, so dass auch der „City Walk“ mit dem Green Planet angefahren wird. Auch hier lohnt der Ausstieg.

Die Busse der grünen Linie (Strand-Tour) fahren hinaus aus Downtown auf direktem Wege zum Strand und weiter zur Mall of the Emirates. Sie bedienen insgesamt nur 5 Haltestellen. Verglichen mit den anderen Touren empfanden wir die Fahrtstrecke als wenig interessant und nutzten sie hauptsächlich als Verbindung zwischen der roten und der blauen Linie. Ein Ausstieg lohnt sich aus unserer Sicht aber definitiv an der Madinat Jumeirah (für einen kurzen Bummel durch den Souk und für eine Bootsfahrt durch die beeindruckende Hotelanlage) und eventuell noch an der Mall of the Emirates (immerhin die größte Mall in Dubai mit eigener Skipiste). Wer wirklich Lust auf ein bisschen Strand hat, ist mit der blauen Linie besser bedient.

Die Busse der blauen Linie (Marina-Tour) fahren von der Mall of the Emirates rund um die Dubai Marina und bis auf die Jumeirah Palm. Sie bedienen insgesamt 10 Haltestellen. Funkelnde Glastürme und außergewöhnliche Bauprojekte prägen das Bild jenseits der Busfenster. Sie machen deutlich, wie stark Dubai in den letzten Jahren gewachsen ist und wie sehr sich das gesamte Stadtbild gewandelt hat. Wirklich faszinierend! An folgenden Stopps solltet ihr unbedingt aussteigen: Marina Mall (für einen Spaziergang entlang der Marina Promenade und für eine Bootstour durch den Großstadtdschungel), The Beach (für Sand zwischen den Zehen und für einen leckeren Sundowner) und Atlantis the Palm (für ein bisschen Glamour und für einen Aquariumsbesuch).

Jetzt mal ehrlich: Was können die kostenlosen Ausflugsangebote von Big Bus Dubai?

Die „Night Tour“ (in allen Tickets inbegriffen) hat uns schwer begeistert. Dubai im Dunkeln versprüht nochmal einen ganz eigenen Zauber. Überall glitzert und funkelt es. Absolut beeindruckend! Der Bus passiert auf einem Rundkurs alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Los geht´s ab 19 Uhr – je nach Haltestelle. Wir sind direkt am Startpunkt „Deira City Centre“ eingestiegen, denn: Wenn voll, dann voll. Das Fotografieren während der Fahrt gestaltete sich leider manchmal als etwas schwierig. Trotzdem gibt es von uns vier Daumen nach oben!

Dubai_Nightview

Auch bei Nacht verliert Dubai nichts von seinem Zauber.

Die „Desert Sunset Adventure Tour“ (im Deluxe-Ticket inbegriffen) hat uns auch ganz gut gefallen. Weil wir wussten, was auf uns zukommt. Wer von einsamen Sanddünen und klassischen Beduinenzelten träumt, wird enttäuscht sein. Denn es geht in ein arabisches Wüstenfort (das wirklich hübsch gestaltet ist!), in dem das volle Touriprogramm abgespult wird: Sunset-Watching auf ein paar Kissen im Sand, eine Mini-Runde Kamelreiten, kurz einen Falken auf die Hand setzen, Henna-Tattoos als Erinnerung für Zuhause. Wer sich dem Trubel etwas entzieht, kann aber trotzdem ein paar schöne Momente erleben. Daher: zwei Daumen hoch.

Auf die „Sharjah-Tour“ (im Premium- & Deluxe-Ticket inbegriffen) blicken wir mit gemischten Gefühlen zurück. Die Busfahrt selbst war schön und gewährte interessante Einblicke in das kleine Nachbaremirat, das so ganz anders ist als das hochmoderne Dubai. Aber wir hätten uns definitiv andere Stopps gewünscht! Die „Heritage Area“ ist optisch zwar schön anzusehen, wer allerdings kein Museum besuchen möchte, hat dort wenig zu tun. Der „Blue Souk“ mit über 600 Geschäften war gar nicht unser Ding. Wir haben die Zeit stattdessen genutzt, um ein wenig an der Khalid Lagoon entlang zu schlendern. Unser Fazit: immerhin eineinhalb Daumen nach oben.

Den „Palm Island Drive“ (nur im Deluxe-Ticket inbegriffen) fanden wir weniger spannend. Auf der einen Seite gibt´s das offene Meer zu sehen, auf der anderen Seite diverse Hotelbauten. Das einzige Spannende ist das Wissen, gerade auf einer von Menschen konstruierten Palmeninsel entlang zu fahren. Schon verrückt irgendwie… Aber zurück zum Thema: die Tour würden wir nur empfehlen, wenn ihr sowieso auf der Palme seid und zufällig noch ein bisschen Zeit übrig habt.

Mal keine Lust auf Busfahren? Dann steigt um in eine arabische Dhau (in allen Tickets inbegriffen). Die traditionellen hölzernen Boote schippern eine Stunde entlang des Dubai Creeks mit Ausblick auf die historischen Seehandelshäfen. Macht auf jeden Fall Spaß! Auch während des „Marina und Island Lagoon Cruise“ (im Premium- & Deluxe-Ticket inbegriffen) seid ihr zu Wasser unterwegs – allerdings diesmal inmitten riesiger Wolkenkratzer und teurer Yachten. Lohnt sich! Wer sich lieber die Beine vertreten will, kann an einem der geführten Rundgänge teilnehmen (Oktober bis April, im Classic-Ticket nur teilweise enthalten). Uns hätte besonders die „Heritage Village Walking Tour“ interessiert, aber leider hatte das Heritage Village während unseres Besuchs geschlossen.

Auf alle übrigen Angebote („Flamingo Lagoon Discovery“ (hätte uns sehr interessiert!), „Al Ain Explorer“ und „Reise nach Meydan“) mussten wir aus Zeitgründen verzichten.

Ihr seht schon: Es gibt eine Menge zu tun! Welches Ticket von Big Bus Dubai für euch das richtige ist, hängt prinzipiell davon ab, welche Extra-Ausflüge ihr gern machen wollt und wie lange ihr vor Ort seid. Denn mit dem teuersten „Deluxe-Ticket“ könnt ihr die Busse volle 5 Tage lang nutzen und spart euch Extrakosten für Metro oder Taxi. Und der Preisunterschied zum „Premium-Ticket“ (nur 2 Tage Busfahrten) ist mit rund 10$ auch nicht mehr der Rede wert. Bei Online-Buchung vorab gibt es immer wieder wechselnde Angebote (oft 10% Rabatt).

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