[Costa Rica] 4 Dinge, die ihr in La Fortuna nicht verpassen solltet!

Schlafende Vulkane, steinige Lava-Trails, tiefblaue Seen, tosende Wasserfälle, dichte Wälder: das kleine Städtchen La Fortuna im Norden Costa Ricas ist gesegnet mit einer imposanten Naturkulisse, die Abenteuer pur verspricht.

Tatsächlich beginnt das Abenteuer allerdings schon weit vor den Toren La Fortunas. Nämlich bei der Anreise – zumindest, wenn man aus Richtung Monteverde kommt.

30 Kilometer Luftlinie. 120 Kilometer Fahrtweg. Soweit noch nicht verwunderlich, denn Straßen sind in vielen Teilen Costa Ricas ziemlich rar. Außerdem müssen natürlich die „Laguna de Arenal“ sowie der „Volcán Arenal“ umfahren werden. Kein Problem, zum Schutz der Natur nehmen wir gern einen Umweg in Kauf. Als das Navi für eben diesen Umweg allerdings dreieinhalb Stunden Fahrtzeit veranschlagte, wurden wir stutzig – und begannen im Kopf zu überschlagen: 34 Kilometer pro Stunde im Schnitt. Wie soll das möglich sein? Wir würden doch wohl kaum kilometerlang über Schotterpisten holpern! Immerhin zählen sowohl Monteverde als auch La Fortuna zu den Touristenhighlights schlechthin in Costa Rica und werden regelmäßig sogar von Bussen angefahren. Aber entweder sind diese Busse mit ziemlich viel Federweg ausgestattet oder die Busreisenden hart im Nehmen, denn tatsächlich entsprach das, was unser Navi verheißungsvoll als „Bundesstraße“ anpries, in keinster Weise unserem deutschen Verständnis von diesem Begriff.

Fortuna_RoadTo

Bundesstraße mit Hindernissen! Die Fahrt nach La Fortuna war ein Abenteuer für sich.

Staub, Steine und Schlaglöcher – manche so tief, dass wir beteten, unser Geländewagen würde es nicht nur hinein, sondern auch wieder hinaus schaffen. Hinter jeder Kurve eine neue Überraschung: riesige Leguane, die dank Vollbremsung gerade noch aus der Schusslinie flitzen konnten und frei laufende Kuhherden, durch die wir uns mit viel Ehrfurcht hindurch schlängelten. Aber: nach ziemlich genau dreieinhalb Stunden erreichten wir schließlich unser Ziel und verbrachten zwei schöne und ereignisreiche Tage in La Fortuna. Unsere Highlights stellen wir euch in diesem Beitrag vor.

Tipp Nr. 1: Eine Wanderung am Fuße des Volcán Arenal

Wenn man in La Fortuna Halt macht, steht eine Wanderung zu Füßen des mächtigen Volcán Arenal vermutlich ganz weit oben auf der To-Do-Liste. Auch wir wollten uns den nahezu perfekt geformten Vulkankegel, der bis 2010 noch ziemlich aktiv war, unbedingt aus der Nähe anschauen! Doch anders als die meisten Touristen haben wir dafür nicht den klassischen „Parque Nacional Volcán Arenal“ angesteuert, sondern das gleich nebenan gelegene „Reserva Natural Mirador El Silencio“, das mindestens genauso schön ist und fast noch „Geheimtipp“-Status genießt. Wie wenige Touristen sich tatsächlich nur dorthin verirren, hat dann aber selbst uns überrascht. Pünktlich zur allmorgendlichen Parköffnung standen wir nämlich vor verschlossenen Schranken. Weit und breit war niemand zu sehen – auch nicht nach 10 Minuten geduldigen Wartens. Und jetzt? Auto einfach stehen lassen und zu Fuß weiter gehen? Fühlte sich irgendwie nicht richtig an… Also griffen wir schlussendlich zum Telefon und versuchten unserem offenbar ziemlich überraschten Gesprächspartner mit 3 Brocken Spanisch zu erklären, dass wir gern unser Eintrittsgeld loswerden wollen. „Si, si!“, dann wurde aufgelegt – und nichts passierte. Wir warteten weitere 5 Minuten und wollten gerade endgültig aufgeben, als endlich ein junger Herr auftauchte, unsere Colones entgegennahm und uns freudig durchwinkte. Geschafft!

Fortuna_Volcano

Der Gipfel des Volcán Arenal ist nahezu immer wolkenverhangen. 

Im Schritttempo holperten wir eine Schotterstraße bergauf, an ihrem Ende parkten wir unser Auto. Von dort hatten wir Zugang zum „Lava Flow Trail“, der dem Lavastrom des Vulkanausbruchs von 1968 folgt. Er führt durch wunderschöne Landschaften und bietet atemberaubende Ausblicke auf den Vulkan, der sich zu unserer großen Freude an diesem Tag nur mit einer kleinen Wolkenmütze bedeckte. Absolut empfehlenswert! Weil wir am Ende des Weges noch so viel Zeit übrig hatten, stoppten wir auf der Rückfahrt noch einmal am Parkeingang und bewanderten von dort aus den „Sendero La Araña“, der überwiegend durch dichten Dschungel führte. Unsere Hoffnung, ein paar Tiere zu entdecken, erfüllte sich leider nicht – obwohl die Geräuschkulisse um uns herum untrüglich zeigte, dass im grünen Blättermeer offenbar ganz schön was los war. So ist es eben mit der lieben Tierwelt…

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Dieser bunte Gecko hat sich geschickt im Laub versteckt. Trotzdem gefunden!

Tipp Nr. 2: Ein Bad in heißen Quellen

La Fortuna ist unbestritten die Hauptstadt der heißen Quellen. Nirgendwo sonst im Land gibt es so viele Thermalbäder auf einem Fleck. Sie alle locken mit traumhaften Bildern, versprechen ruhesuchenden Reisenden Entspannung pur. Gar nicht so leicht, sich da zu entscheiden… Nach kurzer TripAdvisor-Recherche fiel unsere Wahl auf die „Eco Termales Hot Springs“ etwas außerhalb des Zentrum. Einen Tag im Voraus buchten wir unsere Eintrittskarten online (35 € pro Person). Für den Vormittag (10-16 Uhr). Aus taktischen Gründen! Denn der Betreiber wirbt damit, anders als andere Anlagen maximal 100 Gästen gleichzeitig Einlass zu gewähren. Ja, richtig gelesen: 100 – verteilt auf gerade mal 5 Pools! Da ist es definitiv vorbei mit lauschiger Atmosphäre… Unser Plan: früh da sein und dann relaxen, wenn sich die anderen noch von einem Abenteuer ins nächste stürzen. Spätnachmittags, wenn ihre müden Knochen nach Erholung im warmen Thermalwasser schreien, sind wir längst über alle Berge! Ob das geklappt hat? Na klar – sogar besser als gedacht! Wir hatten uns extra beeilt, schnell gefrühstückt, um möglichst viel Ruhe vor dem Sturm genießen zu können. Fast pünktlich um 10.15 Uhr betraten wir die Pool-Landschaft – und konnten uns vor Freude kaum zusammenreißen: nur ein anderes Pärchen döste auf den Liegen in der Sonne, ansonsten war keine Menschenseele zu sehen! Wir hatten diesen wunderschönen Flecken Erde ganz für uns allein! Und das nutzten wir ordentlich aus, wechselten von Pool zu Pool, badeten im Wasserfall, schlürften Cocktails, genossen das Leben. 4 Stunden lang blieb es herrlich leer, erst ab 14 Uhr begann es sich merklich zu füllen. Zeit für uns, die Segel zu streichen!

Tipp Nr. 3: Ein Besuch des Wasserfalls Rio Fortuna

Kann man von Wasserfällen jemals genug bekommen? Für uns ist die Antwort ziemlich eindeutig: Auf keinen Fall! Deswegen konnten uns weder die 13€ Einritt (pro Person), noch die vielen, vielen Stufen davon abhalten, dem Catarata Rio Fortuna einen Besuch abzustatten. Zwar ist der 70 Meter hohe, schimmernde Wasserfall auch schon vom Felsplateau nahe des Eingangs zu sehen, aber glaubt uns: erst der Anblick von unten, umgeben vom dichten Grün des Dschungels, lässt euren Atem stocken.

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Der Abstieg zum beeindruckenden Wasserfall lohnt sich allemal!

Wer Badesachen dabei hat, kann sich in den nahe gelegenen Flussbecken abkühlen. Direkt am Wasserfall ist das Baden aus Sicherheitsgründen natürlich verboten. Der Aufstieg zurück zum Parkplatz hat uns dann doch die Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Ganz schön anstrengend! Gerade als auf etwa halbem Wege die Laune etwas zu kippen drohte, entdeckten wir im Baum gleich neben unseren Köpfen eine Brüllaffen-Familie. Grund genug für eine kurze Verschnaufpause! Mit wieder aufgeladenen Kraftreserven war das letzte Wegstück dann schnell gemeistert. Hat sich gelohnt! 

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Beim Aufstieg konnten wir noch Brüllaffen bewundern.

Tipp Nr. 4: Eine Chocolate Tour mit Don Olivo

Bei Don Olivo werden Schokoladenträume wahr! Während der gut einstündigen Führung über die üppig bewachsene Familien-Finca, auf der sich natürlich auch eine Kakaoplantage befindet, erfährt man allerhand Wissenswertes über die süße Verführung und hat reichlich Gelegenheit für Kostproben. Nicht nur von Schokolade übrigens! Don Olivo hat zwischendrin nämlich immer wieder exotische Früchte direkt vom Baum gepflückt und seinen Zuhörern kredenzt. So frisch schmecken sie doch einfach am besten! Wer möchte, kann sich am Schokoladen-Herstellungsprozess aktiv beteiligen und seine Muskelkraft beim Pressen von Zuckerrohrsanft unter Beweis stellen. Das Ergebnis wird brüderlich geteilt und direkt verkostet. Erinnert geschmacklich ein bisschen an Dosenmais, finden wir. Da mundete der frische Kakao, der am Ende der Führung in gemütlicher Runde getrunken wird, unserem Gaumen deutlich besser! Das eigentliche Highlight der Tour ist aber unbestritten das sündhaft leckere Chocolate Fudge, das zum Kakao gereicht wird. Zum Glück sind die Portionen großzügig bemessen, so dass man ordentlich zulangen kann. Macht also um Himmels Willen nicht den Fehler und kommt mit vollem Magen her. Ihr werdet es bereuen! 

Wenn der kleine (oder große) Hunger kommt: Unsere Lieblingsrestaurants in La Fortuna

Auf Reisen kommt es wirklich selten vor, dass wir zweimal das gleiche Restaurant besuchen. Aber das „Organico Fortuna“ hat uns einfach auf ganzer Linie überzeugt: gemütliches Ambiente, freundlicher Service und unglaublich gutes (vegetarisches) Essen! Dafür lohnt es sich, auch mal den einen oder anderen Euro mehr auszugeben.

Fortuna_Organico

Stressfreie Zone! Im Organico kann man gänzlich entspannen und auch super essen!

Wer Lust auf etwas Ausgefallenes hat, sollte im „Chifa La Familia Feliz“ vorbeischauen. Dort landen köstliche peruanisch-chinesische Gerichte auf dem Tisch. Am besten früh dort sein oder gegebenenfalls etwas Wartezeit einplanen. Seinen Appetit auf Süßes kann man hervorragend im „Rainforest Café“ stillen, das seine Besucher mit einer großen Auswahl an zum Teil ziemlich skurril klingenden Milchshakes und Eiskaffees (z.B mit Banane, Milch und Zimt) erwartet. Wir haben uns an zwei verrückte Kombinationen heran gewagt und waren hellauf begeistert. Ein bisschen Mut bei der Bestellung zahlt sich definitiv aus!

Übernachten in La Fortuna

Ihr wisst noch nicht, wo ihr nach all den Abenteuern eure müden Glieder betten sollt? Dann können wir euch die „Catarata Eco Lodge„* sehr empfehlen! Neben den geräumigen, sauberen Zimmern hat uns besonders die hübsche Gartenanlage gefallen, in der es viele exotische Vögel zu entdecken gibt. Aber auch das „Volcano Gold Loft„*, in dem wir unsere letzte Nacht in La Fortuna verbracht haben, bekommt von uns zwei Daumen hoch. Auf dem weitläufigen Gelände gibt es einen hübschen Pool und einen nett angelegten, kurzen Spazierweg.

(Transparenz: Die mit * markierten Links sind Affiliate-Links. Wenn du deine Übernachtung über dieses Links buchst, erhalten wir eine kleine Provision, die unserer Reisekasse zugute kommt. Für dich ändert sich dadurch natürlich nichts am Preis!)

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