[Israel] Auf Entdeckungstour in der bunten Stadt am Mittelmeer: Zu Fuß durch Tel Aviv 

Der Traum von Israel: Wie alles begann

Es waren einmal: Patryk, der seit seiner Dienstreise nach Israel im Jahr 2014 den innigen Wunsch hegte, unbedingt nochmal mit Frau und mehr Zeit zurückzukehren. Und Sandra, die jeden Reiseplan sofort mit einer schnellen Handbewegung abwiegelte. Viel zu gefährlich im Nahen Osten! Es schien zunächst aussichtslos, doch irgendwann kam die Wende. Mit unseren Trips nach Oman und Dubai tasteten wir uns langsam, Schritt für Schritt, an den Nahen Osten heran. Und siehe da: es gefällt – auch Sandra!

2017 war es dann soweit. Auf der Suche nach einem Versteck vor der deutschen Herbstkälte buchten wir einen Flug nach Israel. Wir konnten uns der Faszination des Landes einfach nicht mehr entziehen. Voller Eifer stürzten wir uns in die Planung unserer Reiseroute. Gar nicht so einfach, denn der Dumont-Reiseführer war prall gefüllt mit über 400 Seiten spannender Infos und auch von diversen Reiseblogs hatten wir uns etliche interessante Tipps notiert. Die wichtigsten Ziele in nur 9 Tagen unterzubringen mutierte zu einer wahren Herausforderung… Aber: kommt Zeit, kommt Rat. Zumindest Start- und Endpunkt unserer Reise standen aufgrund der Fluganbindung unerschütterlich fest: Tel Aviv – Jaffa!

Auf nach Tel Aviv!

Die Wochen vergingen. Die Vorfreude stieg. Und plötzlich war der Abreisetag gekommen. Wir machten uns tatsächlich auf dem Weg zum Flughafen, um nach Israel zu fliegen! Etwas früher als sonst üblich saßen wir im Auto, da man längere Zeit für die Sicherheitskontrollen einplanen sollte. Kurz meldete sich noch einmal das mulmige Gefühl im Magen. Doch knappe vier Stunden später konnten wir mit leichter Verspätung das heilige Land betreten.

TelAviv_arrival

Beim Landeanflug war nur noch Vorfreude zu spüren.

Die Einreise verlief ohne Probleme, so dass wir schon nach wenigen Minuten die Passkontrolle mit den schwer bewaffneten Polizisten und Soldaten hinter uns ließen und am Gepäckband unsere Koffer in Empfang nahmen. Na das war ja einfach! Und so begannen sich jegliche leise Vorbehalte, die Sandra vielleicht noch mit sich trug, immer mehr in Luft aufzulösen.

Teuer übernachten kann jeder, aber es gibt auch Alternativen.

Da waren wir nun: Tel Aviv. Die Stadt begeisterte uns wie erwartet von der ersten Sekunde an. Schon auf der Taxifahrt vom Flughafen ins Zentrum klebten wir förmlich an der Autoscheibe, obwohl es bereits dunkel war. Die ersten Übernachtungen hatten wir ob unserer späten Ankunft bereits vorab gebucht. Allerdings nicht im Hotel. Denn bei der Recherche auf allen einschlägigen Buchungsseiten mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass Hotels in Israel extrem teuer sind. Glücklicherweise hatten wir bisher in vielen anderen Ländern schon gute Erfahrungen mit AirBnB gemacht, so dass wir hier letztlich ein schönes und bezahlbares Zimmer in guter Lage fanden. AirBnB wird in Israel viel genutzt und es gibt in fast jeder Stadt (verhältnismäßig) günstige Unterkünfte. Unsere Bleibe in Tel Aviv lag genau auf der Schnittstelle zwischen dem neuen Zentrum der Stadt und der Altstadt von Jaffa, nur etwa 300 Meter vom Strand entfernt. Perfekt!

TelAviv_BnBhood

Die Nachbarschaft sah schonmal vielversprechend aus.

Genau aus diesem Grund ließen wir es uns auch nicht nehmen, trotz später Stunde (gegen Mitternacht) noch einen kleinen Spaziergang zum Strand zu machen. Wir genossen die warme Luft um uns herum in vollen Zügen. So lässt es sich doch leben!

Auf Entdeckungstour durch die Straßen der Metropole: Florentin

Am nächsten Morgen waren wir früh auf den Beinen. Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten den Tag optimal nutzen. Sonne tanken und die Stadt erkunden stand auf dem Programm! Doch bevor wir loszogen, mussten wir unbedingt etwas frühstücken. Auf Empfehlung unseres Hosts liefen wir auf direktem Wege zum Hamitbahon (Rabbi Akiva St 18). Als wir ankamen, wurde gerade ein Tisch auf der kleinen Terrasse frei. Glück gehabt! Nach eingängigem Studium der Karte entschieden wir uns für das traditionelle israelische Frühstück: Shakshuka. Sündhaft lecker!

TelAviv_Shakshuka

Nicht nur sättigend, sondern auch superlecker: Shakshuka!

Frisch gestärkt konnten wir anschließend in das Abenteuer Tel Aviv starten. Erster Halt: Florentin. Das alte Stadtviertel ist für seine hohe Dichte an Street Art bekannt und lag praktischerweise direkt um die Ecke. Im Internet hatten wir eine „Self Guided Street Art Walking Tour“ gefunden, deren Screenshots (weil keine israelische SIM-Karte) uns nun bei der Orientierung helfen sollten. Aber bei unserem Streifzug durch die Straßen erkannten wir schnell, dass es nahezu unmöglich war, die vielen Kunstwerke zu verfehlen. Fast jede Hauswand leuchtete uns farbenfroh entgegen.

Innerhalb kürzester Zeit gelang es uns sogar, die teils einzigartigen Stile der verschiedenen Künstler zu identifizieren. Besonders die Werke von „Dede“ stachen immer wieder heraus. Sie sind aber auch wunderschön! Ähnlich beeindruckende Street Art haben wir bisher nur in Glasgow gesehen. Wir hätten tausende Fotos schießen können. Als uns auf dem Kameradisplay dann plötzlich die „100“ entgegen leuchtete (Hilfe, schon 100 Bilder – und es ist erst Tag 1 der Reise!), entschieden wir, Florentin hinter uns zu lassen und weiterzuziehen. Ein Blick auf die Karte verriet, dass der berühmte Rothschild Boulevard nur wenige hundert Meter entfernt lag. Worauf warteten wir denn noch?

Wie eine Zeitreise durch die letzten 100 Jahre: Rothschild Boulevard

Der Rothschild Boulevard zählt zu den ältesten Straßen Tel Avivs. Als erster Boulevard wurde er 1909 errichtet und ist bis heute eine der pulsierenden Hauptschlagadern der Metropole. Neben Theatern, Museen und Boutiquen findet man hier unzählige Villen im klassischen, kantigen Bauhausstil. Dank ihrer mehrheitlich hellen Fassaden wird dieser Teil Tel Avivs auch „Weiße Stadt“ genannt. Wir flanierten über den von Bäumen gesäumten Gehweg und bestaunten die außergewöhnlich schöne Architektur.

TelAviv_Rothschild.jpg

Entlang des Rothschild Boulevards reihen sich die Bauhaus-Villen aneinander.

Irgendwann machten wir kurz Rast auf einer Bank. Mittlerweile hatten wir schon etliche Kilometer zu Fuß zurückgelegt, aber der Sonnenschein, die angenehmen Temperaturen von ca. 28°C und die unfassbar ausgelassene Stimmung der Stadt ließen sämtliche Anstrengungen verblassen. Am Ende des Boulevards wechselten wir auf den Sterod Hen in Richtung Rabin Square. Dort befindet sich neben einer funktionalen Bausünde (leider tatsächlich das Rathaus der Stadt) auch das Rabin Memorial, welches wir besuchen wollten. Jitzchak Rabin hatte eine bewegte militärische und politische Karriere, doch in seiner Zeit als Ministerpräsident Israels stand er kurz vor einem historischen Erfolg: dem Frieden im Nahen Osten. 1994 erhielt er zusammen mit seinem Außenminister Peres und Yassir Arafat den Friedensnobelpreis. Ein Symbol der Hoffnung. Doch nur ein Jahr später wurde Rabin Opfer eines tödlichen Attentats mitten in Tel Aviv. Mit ihm starb vorerst auch die Hoffnung auf dauerhaften Frieden.

Sonnenuntergang über dem Meer: Gordon Beach

Aber nun genug mit Kunst, Geschichte und Architektur! Unseren ersten erlebnisreichen Tag wollten wir unbedingt mit einem Sonnenuntergang über dem Mittelmeer krönen. Also ab zum Strand! Auf unserem Weg – der zugegebenermaßen ziemlich kreuz und quer verlief – passierten wir in den vielen kleinen Seitenstraßen immer wieder wunderschöne Gebäude.

TelAviv_Streets

Streift man durch die Straßen, so entdeckt man immer wieder schöne Orte.

Am Gordon Beach angekommen wurden wir kurz vom Trubel überrascht, der dort herrschte. Alle Strandbars waren gut gefüllt. Menschen saßen im Sand, schwammen im Meer oder spielten Beachvolleyball. Das war dann wohl das israelische „Savoir Vivre“. Machen wir gleich mal mit!

TelAviv_Sunset

Ein Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch!

 

Nach kurzer Suche hatten wir ein schönes Plätzchen gefunden und genossen die tolle Atmosphäre – und natürlich den Sonnenuntergang! Wahnsinn, wie schnell man sich in einer Stadt wohlfühlen kann, die man gerade einmal 24 Stunden erlebt hat…

Kleine Belohnungen nach einem Tag voller Entdeckungen: Food-Himmel Tel Aviv

Langsam meldete sich jedoch lautstark unser Hunger. Wir brauchten dringend etwas zu Essen! Nach einem kurzen Zwischenstopp in unserer Unterkunft und einer schnellen Tripadvisor-Recherche wussten wir endlich, wo wir uns den Bauch vollschlagen werden: das „Benedict“ (29 Rothschild Boulevard) serviert den ganzen Tag lang Frühstück! Klang so verrückt, dass wir es unbedingt ausprobieren wollten. Und siehe da: neben Sandwiches und diversen Ei-Variationen waren auch Pancakes, French Toast und Müsli im Angebot. Zu jeder Tageszeit! Also frühstückten wir – um 20 Uhr! Kann man mal machen.

Aber kein Abendessen wäre komplett ohne einen leckeren Nachtisch. Süß geht einfach immer! Auf dem Weg zum Strand hatten wir schon ein kleines Lädchen erspäht, bei dessen Anblick uns glatt das Wasser im Mund zusammen lief. Also stiefelten – bzw. „flipflopten“ (denn etwas anderes trägt man in Tel Aviv natürlich nicht an den Füßen!) – wir nochmal los zum Dizengoff Boulevard 116. Dort werden im „Cookeez“ Icecream-Sandwiches der ganz besonderen Art serviert. Das Eis gibt’s nicht zwischen zwei schnöden Waffeln, sondern – wie der Name vielleicht schon verraten hat – zwischen zwei soften Cookies! Die Kombinationsmöglichkeiten von Eiscreme und Keks sind schier endlos. Nicht einfach zu essen, aber seeehr lecker! Und unser erster Eindruck von Tel Aviv festige sich immer mehr: wir waren im Food-Himmel angekommen! Kochen können sie, die Israelis. Aber nun wurde es allmählich Zeit für’s Bett.

TelAviv_ViewJaffa

Unser Ziel für den kommenden Tag ist die Altstadt von Jaffa.

Als wir am späten Abend todmüde in die Kissen fielen, standen unglaubliche 22 Kilometer auf dem Schrittzähler. Der erste von neun Tagen war rum. Aber kein Grund zur Traurigkeit! Wir hatten bereits eine Menge entdeckt und wussten auch schon genau, wohin es als nächstes gehen würde: in die Altstadt von Jaffa. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

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